Warum Gehörschutz?

Das Gehör zählt zu den wichtigsten Sinnesorganen des menschlichen Körpers: Der Hörsinn erfüllt eine elementare Aufgabe in puncto Wahrnehmung und Orientierung, indem er z. B. vor herannahenden Gefahren warnt. Parallel ermöglicht das Gehör die direkte akustische Kommunikation bzw. Interaktion.

Ebenso bedeutend ist, dass das Leben durch die Wahrnehmung von als angenehm empfundenen Klängen stark bereichert wird – mitunter so sehr und faszinierend, dass sich manche Menschen für einen gehörbasierten Beruf entscheiden und z. B. eine Laufbahn als Musiker, Komponist oder Klavierstimmer einschlagen. Oder sogar Handwerkskunst und Hören als Instrumentenbauer miteinander vereinen.

Je sensibler das Gehör, desto besser kann es seine vielfältigen und wichtigen Aufgaben erfüllen. Diese Sensibilität basiert jedoch naturgemäß auf anatomischer Empfindlichkeit – sind Schalldruck und Lautstärke zu hoch oder Frequenzen zu aggressiv, kann die Funktion des komplexen Hörapparats langfristig und irreparabel geschädigt werden.
Obwohl die allgemeine Schmerzgrenze bei etwa 130 dB liegt, entstehen erste Schäden potenziell bereits bei weitaus geringeren Pegeln – allgemein vor allem durch besonders „scharf“ wirkende Höhenanteile im Frequenzspektrum der jeweiligen Lärmquelle. Durch heftige Peaks kann z. B. das Trommelfell schlagartig reißen. Auf lange Sicht ist u. a. mit Tinnitus oder Schwerhörigkeit zu rechnen.
Wer sich Lärm bzw. lauten Geräuschen aussetzt (insbesondere regelmäßig) und seine Ohren bestmöglich vor Schaden bewahren möchte, sollte daher von Anfang an unbedingt einen entsprechenden Gehörschutz verwenden – damit Lauschen nicht irgendwann durch Rauschen getrübt wird.

Lärmstufen

  • Lärmstufe I . 30 dB (A) - 65 dB (A) - Psychische Reaktion

    Ticken einer leisen Uhr, feiner Landregen, Flüstern 30 dB(A)
    Nahes Flüstern, ruhige Wohnstraße 40 dB(A)
    Unterhaltungssprache 50 dB(A)
    Unterhaltungssprache in 1 m Abstand, Bürolärm 60 dB(A)
  • Lärmstufe II 65 dB(A) - 90 dB(A) Physiologische Reaktion

    Laute Unterhaltung, Rufen, Pkw in 10 m Abstand 70 dB(A)
    Straßenlärm bei starkem Verkehr 80 dB(A)
  • Lärmstufe III 90 dB(A) - 120 dB(A) Gehörschaden, Ohr-Schmerz

    laute Fabrikhalle 90 dB(A)
    Autohupen in 7 m Abstand 100 dB(A)
    Kesselschmiede 110 dB(A)
    Flugzeugtriebwerk 120 dB(A)
    Schmerzschwelle 130 dB(A)

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Wichtiger Hinweis:  Gehörschutz – Herstellerabhängige Unterschiede

Die Dämpfungs- und Frequenzcharakteristiken von Gehörschutz-Optionen sind stets sehr stark herstellerabhängig: Trotz eventuell identisch erscheinender Konstruktionsart können diesbezüglich große individuelle Unterschiede bestehen. Parallel ist die Modellpalette insgesamt äußerst umfangreich. Somit lassen sich für einzelne Varianten bzw. Kategorien nur grobe Richtwerte angeben (z. B. beim Dämpfungsgrad in Dezibel).

Vor der Wahl eines Modells für einen bestimmten Verwendungszweck sollten daher alle entsprechenden Herstellerangaben zu technischen Daten immer sorgfältig im Einzelfall geprüft und angemessen berücksichtigt werden.

Gehörschutz für Musiker und Musikliebhaber

  • Ob aktives Selbermachen oder reines Genießen: Musik wird zwar als Lust empfunden, ist aber mit Geräusch verbunden – auf und vor der Bühne (auch in Proberäumen bzw. Tonstudios oder Dance-Clubs) entstehen häufig Schallpegel, die ungesund für die Ohren werden können.
  • Doch mit reiner Schallreduktion ist es in diesem Fall selbstverständlich nicht getan, da Soundqualität und Frequenzspektrum möglichst voll erhalten bleiben sollen – leiser ja, aber bitte mit bestmöglichem Erhalt von Klang und Sprachverständlichkeit. Diesen Spagat schaffen spezielle Gehörschutz-Optionen für Musiker und Musikliebhaber.

Gehörschutz ohne In-Ear-Technologie

Die Varianten dieser Kategorie eignen sich für Musiker, die auf direktes Monitoring per In-Ear-Technologie verzichten möchten – je nach Ausführung ebenso z. B. für soundbegeisterte Konzert-, Event- und Clubbesucher. Dämpfungsgrad und Frequenzspektrum sind entweder fest definiert oder lassen sich flexibel variieren (über austauschbare Filter bzw. eine elektronische Steuereinheit).

Die meisten Modelle werden unmittelbar in den Gehörgang eingeführt. Gleichzeitig gibt’s sogenannten Kapselgehörschutz, der wie ein Kopfhörer aufgesetzt wird und die Ohren komplett umschließt.

Gehörschutzvarianten ohne In-Ear-Technologie

Schaumstoff-Ohrstöpsel mit massiver Konstruktion

Massive Ohrstöpsel aus Schaumstoff werden direkt in den Gehörgang eingeführt und passen sich diesem an. Solche Modelle bieten nur eine recht geringe Flexibilität: Der Dämpfungswert ist bei allen Varianten fest definiert und nicht auf unterschiedliche Situationen anpassbar – aufgrund der mittleren bis starken Ausprägung (modellabhängig bis zu -32 dB) liegt der Schwerpunkt in erster Linie auf Schallreduktion.

Vor allem bei sehr günstigen Varianten aus massivem Schaumstoff ist die Klangqualität oft vergleichsweise schlechter: Durch den Abschluss des Gehörgangs können konstruktionsbedingt Effekte wie Dröhnen oder Hallen eintreten. Parallel kommt es potenziell zur Überdämmung, was sich dann auch auf die Sprachverständlichkeit auswirkt.

Je nach Härte des Schaumstoffs fühlen sich massive Modelle vor allem bei längerer Tragedauer eventuell unkomfortabel an. Zudem lassen sie sich in vielen Fällen nur recht schwierig reinigen. Dafür sind sie generell am günstigsten und auch als Einweg-Variante in größeren Verpackungseinheiten erhältlich.

Die farbliche Gestaltung ist häufig ziemlich auffällig und dann weniger dezent. Nur wenige Ausführungen verfügen über ein Haltband für den Nacken (dann konstruktionsbedingt zumeist fest integriert und nicht abnehmbar. Preislich allgemein sehr günstig bis günstig.

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Sehr günstig

Starke Schallreduzierung

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Sprachverständlichkeit schlecht

Klangqualität

Unkomfortabel

Schwer zu reinigen

Schaumstoff-Ohrstöpsel mit Hohlräumen

Schaumstoff-Ohrstöpsel mit internen Hohlräumen sind zum einen deutlich komfortabler als ihre massiven Verwandten: In Verbindung mit dem zumeist sehr weichen Schaumstoff passen sie sich dem Gehörgang vergleichsweise deutlich besser an.

Zum anderen sorgen die Hohlräume für einen eher mittleren Dämmwert (ca. -24 dB) und schließen Überdämmung somit größtenteils aus. Zudem bieten sie zumeist ein größeres Frequenzspektrum, wodurch Klangqualität und Sprachverständlichkeit deutlich zunehmen.

Aufgrund der anspruchsvolleren Konstruktion und des höherwertigen Materials sind Schaumstoff-Ohrstöpsel mit Hohlräumen generell teurer als massive Modelle. Dafür bekommt man sie auch als Mehrweg-Varianten, die sich recht problemlos reinigen lassen. Obendrein gibt’s Versionen in sehr unauffälligen Farbtönen (z. B. fleischfarben). Preislich allgemein mittelteuer.

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Komfortabler als Massive Konstruktionen

Sprachverständlichkeit verbessert

Klangqualität verbessert

Mehrweg-Varianten verfügbar

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Weniger Überdämmung

Preislich teurer

Standard-Ohrstöpsel mit Lamellen

Solche Ohrstöpsel bestehen aus einem Schaft, auf dem zumeist zwei bis vier Lamellen aus sehr weichem Kunststoff bzw. Silikon angebracht sind. Die konische Form (Reduzierung des Durchmessers in Richtung Spitze) sorgt für einen guten und komfortablen Halt im Gehörgang.

Modelle mit Lamellen schließen nicht so dicht ab wie Schaumstoffmodelle und dämmen daher zumeist weniger stark (je nach Ausführung und Hersteller ca. -15 bis -21 dB). Dies bedeutet jedoch keinesfalls einen Nachteil, da Klangqualität und Sprachverständlichkeit in diesem Fall mehr im Mittelpunkt stehen: Die Gefahr der Überdämmung ist vor allem im Vergleich zu massiven Schaumstoffstöpseln wesentlich geringer. Bei höherwertigen Versionen ist zudem oft der Frequenzgang optimiert – so ist z. B. der Bassdruck noch gut spürbar, während besonders schädliche Höhen effektiv herausgefiltert werden.

Der Dämpfungswert ist bei Standard-Varianten mit Lamellen ebenfalls fest definiert und daher nicht flexibel auf unterschiedliche Situationen anpassbar. Dafür handelt es sich zumeist um Mehrweg-Modelle, die sich recht problemlos reinigen lassen. Zudem existieren farblich neutrale und sogar komplett transparente Modelle – maximal dezent und in Verbindung mit der gesteigerten Sprachverständlichkeit u. a. ideal für den Einsatz in der Freizeit, da z. B. bei Konzert- oder Clubbesuchen auch zwischenzeitliche Unterhaltungen noch einwandfrei möglich sein sollen. Bei solchen Anwendungen erweist es sich auch als sehr praktisch, dass viele Varianten zusätzlich über ein (ggf. abnehmbares) Halteband für den Nacken verfügen. Preislich allgemein günstig bis mittelteuer.

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Sprachqualität gesteigert

Klangqualität gesteigert

Zubehör

Preis

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Fixer Dämpfungswert

Ohrstöpsel mit Lamellen und austauschbaren Filtern

Solche Ohrstöpsel haben dieselbe Basiskonstruktion wie die Standard-Variante. Sie verfügen jedoch zusätzlich über austauschbare bzw. wechselbare Filter, die in das hintere Schaftende eingeführt und dort fixiert werden.

Dies bietet eine vergleichsweise deutlich höhere Flexibilität für verschiedene Anwendungen – insbesondere wichtig für Musiker in Live- und Probesituationen. Je nach gewähltem Wechselfilter ist die Dämpfungswirkung schwach bis stark (etwa von -6 dB bis zu -27 dB). Parallel ist das Frequenzspektrum sehr häufig optimiert und ändert sich mit dem jeweiligen Wechselfilter, um bei unterschiedlicher Dämpfung eine möglichst gleichbleibende Klangqualität und Sprachverständlichkeit zu gewährleisten.

Ohrstöpsel mit Lamellen und austauschbaren Filtern sind fast ausschließlich reinigungsfreundliche Mehrweg-Modelle. Wie ihre Pendants ohne Wechselfilter bekommt man sie auch mit (abnehmbarem) Halteband und ggf. neutraler bis komplett transparenter Farbgebung. Preislich allgemein günstig bis mittelteuer.

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Flexibilität

Mehrwehmodelle

Reinigungsfreundlich

Preis

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Hoher Preis

Ergonomische Ohrstöpsel mit Lamellen und optionalem Lärmblocker

Hauptmerkmal solcher Ohrstöpsel mit Lamellen ist ein weiches Otoplastik-Element – zwar nicht individuell angepasst wie bei waschechten Otoplastiken, aber aus einem weichen Spezialkunststoff, der für ergonomischen Halt in der Ohrmuschel sorgt. Um diesen möglichst optimal zu gewährleisten, sind verschiedene Größen erhältlich. Zudem bekommen Käufer stets ein Set mit zwei unterschiedlichen Elementen für das linke und das rechte Ohr (entsprechend markiert).

Parallel verfügt diese Variante in den meisten Fällen über einen speziell optimierten Filter, der aufgrund seines Konzepts flexibel reagiert und wie ein Limiter funktioniert: Leise Töne werden gut hörbar durchgelassen, schädliche Pegelspitzen effektiv abgeschnitten. Für besonders hohe Lautstärken ist ein zusätzlicher Lärmblocker in Form eines Ministöpsels vorhanden, der durch Einführen in das Ende des Schafts „zugeschaltet“ wird. Die Dämpfungswirkung liegt generell im mittleren Bereich und beträgt mit aktiviertem Zusatzblocker bei etwa -24 bis -26 dB.

Ergonomische Ohrstöpsel mit Lamellen und optionalem Lärmblocker sind stets reinigungsfreundliche Mehrweg-Modelle. Konstruktionsbedingt verfügen sie zumeist nicht über ein Halteband für den Nacken. Preislich allgemein mittelteuer bis obere Mittelklasse.

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Optimales Hörerlebnis

Mehrweg-Modelle

Reinigungsfreundlich

Zubehör

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Preis

Ohrstöpsel mit Lamellen und elektronischer Dämpfungskontrolle

Diese spezielle Version von Ohrstöpseln mit Lamellen besitzt zusätzlich eine elektronische Mini-Steuereinheit. Diese wird mit Mini-Knopfzellen betrieben und sorgt je nach Umgebungslautstärke für eine automatische Pegelanpassung.

Die Grundeinstellung ist auf -9 oder -15 dB schaltbar – das automatische Anpassen erfolgt dann innerhalb dieses vorgegeben Rahmens. Bei sehr leisen Lautstärken ist sogar eine optionale Anhebung um +6 dB möglich. Somit genießt der Träger ein optimales Hörerlebnis. Diese Ausgleichscharakteristik ist in etwa mit einem gut eingestellten Kompressor/Limiter vergleichbar, der simultan einen Pegel ohne Einbrüche oder extreme Peaks garantiert.

Ohrstöpsel mit Lamellen und elektronischer Dämpfungskontrolle sind ausschließlich reinigungsfreundliche Mehrweg-Modelle, die mit Halteband und weiteren Zubehörkomponenten im Komplettset erhältlich sind. Aufgrund der verbauten Technologie liegen sie allgemein im sehr teuren Preisbereich.

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Optimales Hörerlebnis

Mehrwegmodelle

Zubehör

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Hoher Preis

Individuell angepasste Otoplastiken

Individuell angepasste Otoplastiken sind das Nonplusultra in Sachen Tragekomfort, Klangqualität und Sprachverständlichkeit – herkömmliche Gehörschutzkonzepte mit Schaumstoff- oder Lamellenkonstruktion können ihnen diesbezüglich nicht das Wasser reichen. Gleichzeitig geboten sind maximale Unauffälligkeit und bestmöglicher Halt, während Dämpfungs- und Filterwirkung ebenfalls individuell festlegbar sind.

Aufgrund der exakten Abstimmung auf den Träger bzw. Benutzer und den jeweiligen Einsatzzweck sind angepasste Otoplastiken mittlerweile Standard im professionellen Bereich – bei Musikern ebenso wie z. B. bei DJs oder bei Moderatoren im Rahmen von Events. Dies gilt insbesondere in Verbindung mit optionalen Wechselfiltern oder zusätzlichem In-Ear-Monitoring.

Hohe Qualität auch bei kleineren Modellen

Bereits Basisversionen ohne Wechselfilter liefern bei gezielter Wahl hervorragende Ergebnisse: Sie bieten alle Vorteile einer individuell angepassten Otoplastik und sind lediglich etwas weniger flexibel verwendbar. Varianten mit Wechselfiltern und optimiertem Frequenzspektrum lassen schließlich kaum noch Wünsche offen – in diesem Fall gibt’s quasi für alle erdenklichen Anforderungen eine buchstäblich ideal passende Lösung.

Herstellungsprozeß von Otoplastiken

Alle individuell angepassten Otoplastiken haben gemeinsam, dass wie bei der Anfertigung von Hörgeräten zunächst ein präziser Abdruck des Gehörgangs genommen wird. Dies lässt sich nicht direkt in Musikfachgeschäften durchführen, sondern erfordert einen separaten Gang zu einem professionellen Hörgerätetechniker, der mit dem jeweiligen Hersteller kooperiert.

Basierend auf dem Abdruck fertigt der Hersteller anschließend die eigentliche Otoplastik aus weichem Spezialkunststoff an und versieht sie zum Schluss mit den gewünschten Filter- bzw. In-Ear-Optionen. Vom Abdruck beim Hörgerätetechniker bis zum fertigen und einsetzbaren Produkt kann der gesamte Prozess insgesamt mehrere Wochen in Anspruch nehmen – wer sich für eine solche Lösung entscheidet, sollte dies daher entsprechend einplanen.

Spitzenqualität hat Ihren Preis

Die Kombination aus Tragekomfort, Klangqualität, Sprachverständlichkeit und Langlebigkeit auf bestmöglichem Niveau hat allerdings ihren Preis: Als allgemein hochwertigste Gehörschutzoption rangieren individuell angefertigte Otoplastiken je nach Ausführung im teuren bis sehr exklusiven Bereich.

Reinigung von Otoplastiken

Alle individuell angepassten Otoplastiken sind reinigungsfreundliche Mehrweg-Modelle, die auf langjährigen Gebrauch ausgelegt sind. Haltebänder lassen sich konstruktionsbedingt jeweils nicht montieren, sind aber aufgrund des optimalen Sitzes im Ohr und des infolgedessen sehr geringen Verlustrisikos (auch bei intensiver Bewegung) ohnehin so gut wie nicht erforderlich.

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Tragekomfort

Klangqualität

Sprachverständlichkeit

Langlebigkeit

Hohe Qualität

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Hoher Preis

Herstellungszeitraum

Kapselgehörschutz zum Aufsetzen

Sogenannter Kapselgehörschutz wird wie ein geschlossener Kopfhörer per Bügel aufgesetzt: Die namengebenden Kapseln umschließen die Ohrmuscheln rechts und links vollständig zum Schutz gegen Schall, der von außen eindringt. Diese Variante eignet sich daher vor allem für laute bis sehr laute musikalische Anwendungen mit starken Peaks und vielen Höhenanteilen – insbesondere Schlagzeuger wissen Kapselgehörschutz zu schätzen.

Die Dämpfung ist größtenteils eher mittelstark (ca. -22 dB) und geht zusätzlich mit einer speziellen Frequenzoptimierung einher, um ein differenziertes Hören und damit die effektive Interaktion mit Mitmusikern zu ermöglichen. Die geschlossene Kapselkonstruktion bewahrt die Ohren jedoch auch in sehr lauter Umgebung zuverlässig vor Schäden.
Im Vergleich zu Gehörschutzoptionen direkt im Gehörgang ist extern aufgesetzter Kapselgehörschutz vergleichsweise groß, schwer und auffällig. Somit eignet er sich weniger für lauschfreudige Musikliebhaber und tanzwütige Event- bzw. Clubbesucher, sondern in erster Linie für relativ stationär agierende Instrumentalisten (z. B. Schlagzeuger, Keyboarder) in Live- oder Probesituationen. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit sind Aufnahmesessions in Tonstudios, bei denen die Bewegungsintensität während des Spielens generell recht gering ist. Für Live- und Aufnahmezwecke gibt’s Kapselgehörschutz alternativ auch mit In-Ear-Technologie.
Spezieller Kapselgehörschutz für Musiker ist ausschließlich als Mehrweg-Variante erhältlich und generell auf langjährigen Gebrauch ausgelegt. Reinigung und Pflege werden größtenteils wie bei herkömmlichen Kopfhörern vorgenommen. Preislich allgemein mittelteuer bis teuer.

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Klangqualität

Ideal für Tonstudios

Langlebigkeit

Reinigung

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Tragekomfort

Preis

Gehörschutz mit In-Ear-Technologie

 Für ambitionierte Musiker das Nonplusultra in Sachen Soundqualität, Flexibilität und Transportfreundlichkeit – kompetente Bedienung bzw. Anwendung und das nötige Kleingeld vorausgesetzt.

In-Ear-Systeme sind speziell für Live-Auftritte (z. B. von Musikern oder Moderatoren im Rahmen bestimmter Events) und Aufnahmen in Tonstudios konzipiert: Diese Option schützt die Ohren optimal vor schädlichen Schallpegeln von außen und eliminiert dabei störende Frequenzen, während das direkte Monitoring eine volle Übersicht über das aktuelle „Soundgeschehen“ gewährleistet – und das unabhängig von der aktuellen Bühnenposition.

Vorteile von Gehörschutz mit In-Ear-Technologie

  Maximum an Sound, Flexibilität und Unauffälligkeit

In-Ear-Technologie macht herkömmliche Monitorboxen in Live-Situationen überflüssig. Dies ist insbesondere vorteilhaft, wenn Musiker weit voneinander entfernt stehen und/oder sich beim Spielen intensiv bewegen: Das Monitorsignal wandert ohne Abdeckungsdefizite sozusagen immer direkt mit – insbesondere auf (sehr) großen Bühnen praktisch, da dann alle simultan Auftretenden jederzeit über das musikalische Tun ihrer Kollegen bestens im Bilde sind. So wird die unmittelbare Interaktion deutlich erleichtert. Vor allem in Verbindung mit Sendersystemen bietet In-Ear-Technologie daher größtmögliche Flexibilität, die z. B. bei Shows mit vielen Tanzelementen ihre volle Stärke ausspielt. Varianten mit individuell angepassten Otoplastiken sind zudem maximal unauffällig.

Reduzierter Transportaufwand

Parallel senkt In-Ear-Technologie den allgemeinen Transportaufwand sehr stark, da nicht nur auf separate Monitorboxen, sondern potenziell auch auf eine umfangreiche Backline (z. B. große Verstärkertürme) verzichtet werden kann. Dies sorgt wiederum buchstäblich für ein aufgeräumtes Bühnenbild – bei Bedarf ist es sogar möglich, komplett ohne Backline zu spielen und sämtliche Signale ausschließlich über eine zentrale Schnittstelle (Mischpult) zu verarbeiten bzw. weiterzuleiten.

Bei stimmiger Konfiguration und kompetenter Bedienung bzw. Anwendung bietet In-Ear-Technologie eine bestmögliche Kombination aus Gehörschutz, Soundqualität, Flexibilität, Unauffälligkeit und Transportfreundlichkeit.

Nachteile von Gehörschutz mit In-Ear-Technologie

Probleme bei Ausfällen

Bei einem Teil- oder Komplettausfall eines In-Ear-Systems entstehen massive Ortungsprobleme, wenn keine zusätzlichen Monitorboxen mit normalem Lautsprechersignal vorhanden sein sollten. Bei zusätzlichem Verzicht auf eine Backline sind dann weder Monitor- noch Instrumenten- und/oder Gesangssignale auf der Bühne hörbar. Somit ist es beim geplanten Einsatz von In-Ear-Technologie stets ratsam, sich vorab Gedanken über eine funktionierende und möglichst schnell einsetzbare Backup-Lösung für den Fall des Ausfalls zu machen, um nicht auf einmal „taub“ dazustehen und womöglich den Auftritt abbrechen zu müssen.

Aufwändige Abstimmung

Zudem ist beim Einsatz von In-Ear-Technologie eine vergleichsweise präzisere Signalabstimmung erforderlich, da das Monitoring direkt auf die Ohren geleitet wird. Insbesondere in puncto Lautstärke spielt dies eine wichtige Rolle, da die Personen auf der Bühne einen eventuell zu hohen Pegel nicht durch spontanes Wegbewegen von herkömmlichen Monitorboxen ausgleichen können und eigenhändiges Herunterregeln je nach verwendetem System mitunter nicht möglich ist.

Im Extremfall bleibt nur Herausziehen der In-Ear-Stöpsel bzw. Ablegen des Kapsel-Kopfhörers, um Gehörschäden durch zu hohe Lautstärke zu vermeiden – was auch dann einen sofortigen kompletten Verlust des Monitorsignals bedeutet, falls keine separaten Monitorboxen mitlaufen. Somit ist ein sorgfältiger Soundcheck in Absprache mit einem möglichst kompetenten Tontechniker-Team am Mischpult immer unabdingbar, um einen reibungslosen Ablauf des Auftritts zu gewährleisten – andernfalls bringt ein In-Ear-System deutlich mehr Nachteile als Vorteile mit sich.

Intensive Einarbeitung

Zudem sollte rechtzeitig eine gewisse eigene Einarbeitung in die verwendete Technologie vorgenommen werden: Aufgrund der relativ großen Komplexität im Vergleich zu herkömmlichen Monitorsystemen funktioniert „Plug and Play“ ohne angemessene Vorbereitung bei In-Ear in den allermeisten Fällen kaum bis überhaupt nicht.

Vor allem im freizeitlichen bis semiprofessionellen Bereich sind viele Musiker und Tontechniker den Umgang mit In-Ear-Systemen nicht unbedingt gewöhnt. Falls dann auch noch keine Zeit für einen sorgfältigen Soundcheck mit individueller Abstimmung sein sollte, kann das Ganze schnell stressig bis unpraktikabel werden.

Bei gelegentlicher Anwendung, unzureichender Einarbeitung und/oder häufiger Zusammenarbeit mit unbekannten Tontechnikern ist es daher oft effektiver bzw. sinnvoller, ganz auf In-Ear zu verzichten – guter Gehörschutz ohne „Verkabelung“ und ein herkömmliches Bühnensystem (Monitorboxen plus Backline) sind dann die bessere Wahl.

Nachteile von Gehörschutz mit In-Ear-Technologie

Varianten von Gehörschutz mit In-Ear-Technologie

Monitoring

Standard bei In-Ear-Systemen sind individuell angepasste Otoplastiken in Verbindung mit Sendersystemen. Extern aufsetzbare Kapselversionen werden fast ausschließlich von stationär agierenden Instrumentalisten wie Schlagzeugern oder Keyboardern verwendet.

Monitoring plus Zweitsignal

Bei bewegungsintensiven Auftritten empfehlen sich erweiterte Systeme, die gleichzeitig das Monitorsignal auf die Ohren und das Instrumenten- bzw. Mikrofonsignal an das Mischpult leiten. Dies ermöglicht z. B. gleichzeitiges Singen und Tanzen oder gezielt inszenierte Gitarrensoli am weit entfernten Ende von Bühnenlaufstegen. Der technische Zusatzaufwand macht solche doppelten Konfigurationen jedoch nochmals deutlich teurer und schwieriger bedienbar als In-Ear-Systeme zu reinen Monitoring-Zwecken.

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Optimaler Gehörschutz

Bestmögliche Soundqualität

Maximale Flexibilität

Hohe Transportfreundlichkeit

Sehr unauffällig (bei Verwendung von Otoplastiken)

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„Taubheit“ bei Ausfällen

Aufwändige Abstimmung

Hohe Bedienkompetenz und intensive Einarbeitung erforderlich

Hohe bis sehr hohe Anschaffungskosten

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Zubehör

Mit dem passenden Reinigungszubehör bleibt Mehrweg-Gehörschutz hygienisch und lange verwendbar.

Wichtiger Hinweis: Materialverträglichkeit beachten

Das Material von Mehrweg-Gehörschutz ist relativ empfindlich und sollte daher niemals mit herkömmlichen Reinigungsmitteln (z. B. Haushaltsreinigern) gesäubert werden. Zum Vermeiden von Beschädigungen ist insbesondere darauf zu achten, dass das Reinigungsmittel keine Säuren und/oder Scheuerpartikel enthält. Es ist daher grundsätzlich ratsam, stets nur vom jeweiligen Hersteller empfohlene Spezial-Reinigungsmittel zu verwenden und alle Angaben zur Anwendung sorgsam zu beachten. Zudem unbedingt auf jegliche Hitzeeinwirkung beim Reinigen (z. B. durch zu heißes Wasser) verzichten! Zum abschließenden Abwischen bzw. Trocknen sind weiche und fusselfreie Tücher (z. B. aus Mikrofaser) die beste Wahl.

Wichtiger Hinweis: Zusatzkomponenten bei Bedarf entfernen

Vor dem Reinigen von Mehrweg-Gehörschutz sollten alle Wartungs- und Pflegehinweise des jeweiligen Herstellers stets sorgsam studiert und vollständig beachtet werden: Häufig müssen elektronische Zusatzkomponenten (z. B. eingesetzte In-Ear-Elemente, Steuermodule) und/oder Wechselfilter vor dem Reinigen komplett entfernt bzw. demontiert werden, um Schäden durch eindringende Flüssigkeit zu vermeiden. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, Reinigung und Wartung von kompetentem Fachpersonal durchführen zu lassen.


Reinigungsspray

Spezielles Reinigungsspray für Mehrweg-Gehörschutz (inkl. Otoplastiken) greift das empfindliche Material nicht an und wirkt desinfizierend. Einfach aufsprühen, etwas einwirken lassen und dann vollständig mit einem weichen Tuch (z. B. aus Mikrofaser) abwischen. Günstig, schnell und effektiv.

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Günstig

Schnell und ohne Strom anwendbar

Desinfizierend

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Dringt nicht in alle Hohlräume vor

Reinigungsdosen

Reinigungsdosen mit internem Haltekorb kommen in Verbindung mit speziellen Reinigungstabletten zum Einsatz: Nach dem Befüllen der Dose mit Wasser und dem Auflösen der Tablette (diese wirkt zusätzlich desinfizierend) wird der Mehrweg-Gehörschutz über Nacht eingelegt. Am nächsten Morgen dann einfach wieder entnehmen, mit maximal lauwarmem Wasser abspülen und trocknen (z. B. mit einem weichen Tuch aus Mikrofaser). Zusammen mit den Reinigungstabletten etwas teurer als Reinigungsspray, aber deutlich günstiger als Ultraschallreiniger.

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Schnell und ohne Strom anwendbar

Desinfizierend

Auch preislich ein idealer Kompromiss zwischen Spray und Ultraschallreiniger

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Dringt nicht in alle Hohlräume vor

Zusätzliche Reinigungstabletten erforderlich

Ultraschallreiniger

Ultraschallreiniger säubern Mehrweg-Gehörschutz (vor allem hochwertige Otoplastiken) höchst effektiv: Die erzeugten Mikro-Bläschen dringen selbst in die kleinsten Hohlräume vor. Allerdings werden solche Geräte mit Wasser befüllt und haben ohne zusätzliches Spezial-Reinigungsmittel (zumeist in Tablettenform) keine desinfizierende Wirkung. Je nach Größe lassen sie sich alternativ auch für die Reinigung von anderen Gegenständen (z. B. Schmuck, Brillen) verwenden. Zum Trocknen nach dem Reinigen empfiehlt sich z. B. ein weiches Tuch aus Mikrofaser. Im Vergleich zu Reinigungsspray deutlich teurer.

Optimale Ergebnisse mit Ultraschallreinigern

Für optimale Ergebnisse sollte ein Ultraschallreiniger möglichst leistungsstark sein (ca. 50 W). Vor eventueller Anwendung zusätzlicher Spezial-Reinigungsmittel im Wasser sind alle diesbezüglichen Angaben des jeweiligen Geräteherstellers sorgsam zu beachten, um Schäden am Gerät zu vermeiden und den Gehörschutz bestmöglich zu säubern.

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Dringt selbst in die kleinsten Hohlräume vor

Reinigt auch andere Gegenstände (z. B. Brillen, Schmuck)

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Desinfizierende Wirkung nur mit zusätzlichem Spezial-Reinigungsmittel

Nur stationärer Betrieb mit Strom

Deutlich teurer als Reinigungsspray oder -dosen

Transport und Aufbewahrung

Passende Etuis, Röhrchen, Miniboxen oder Hardcases bewahren Mehrweg-Gehörschutz bei Transport und Aufbewahrung vor Schaden bzw. Verlust.

Soft-Etuis

Leichte Soft-Etuis mit umlaufendem Reißverschluss eignen sich für alle Varianten von Gehörschutz. Sie passen komfortabel in jede Hosen- oder Jackentasche, sind jedoch vergleichsweise relativ druckempfindlich. Manche Varianten verfügen allerdings zusätzlich über einen umlaufenden Schaumstoffring. Je nach Modell können gleichzeitig noch weitere kleine Gegenstände (z. B. Schlüssel, Gitarrenplektren) darin transportiert werden. Oft mit praktischer Befestigungsoption für Halsbänder oder Schlüsselanhänger. Teurer als Röhrchen oder Miniboxen aus Kunststoff, aber günstiger als Hardcases.

  • Bewertung Soft-Etuis
  • Leicht und komfortabel verstaubar (u. a. in Hosen- oder Jackentaschen)

    Nehmen z. T. auch andere kleine Gegenstände auf

    Oft mit praktischer Befestigungsoption für Halsbänder oder Schlüsselanhänger

     

    Je nach Modell vergleichsweise relativ druckempfindlich

    Teurer als die meisten Röhrchen oder Miniboxen aus Kunststoff

Röhrchen und Miniboxen

Diese leichten Optionen aus Kunststoff sind zumeist sehr günstig bis günstig und vergleichsweise deutlich weniger druckempfindlich als Soft-Etuis. Allerdings sind manche Modelle aufgrund ihrer relativ kleinen Maße nicht für alle Gehörschutz-Varianten geeignet (z. B. nicht für Otoplastiken mit In-Ear-Kabeln). Auch die Aufnahme von zusätzlichen Kleingegenständen ist häufig nicht möglich. Kleine Maße bedeuten jedoch wiederum eine sehr hohe Transportfreundlichkeit. Oft mit praktischer Befestigungsoption für Halsbänder oder Schlüsselanhänger.

  • Bewertung Röhrchen und Miniboxen
  • Leicht und komfortabel verstaubar (u. a. in Hosen- oder Jackentaschen)

    Häufig sehr kleines Transportmaß

    Deutlich weniger druckempfindlich als Soft-Etuis

    Oft mit praktischer Befestigungsoption für Halsbänder oder Schlüsselanhänger

    Zumeist günstiger als Soft-Etuis

     

    Nicht für alle Gehörschutz-Varianten geeignet

    Aufnahme zusätzlicher Kleingegenstände häufig nicht möglich

Hardcases

Der bestmögliche Schutz für Gehörschutz aller Art: Hardcases sind – wie der Name schon sagt – maximal unempfindlich gegenüber Druck. Sie eignen sich daher insbesondere für sehr hochwertige und teure Gehörschutz-Varianten wie Otoplastiken mit In-Ear-Funktion.

Hardcases sind u. a. aus besonders schlagfestem Kunststoff erhältlich. Extrem aufwändige bzw. robuste Modelle bestehen z. B. aus Hartholz oder Aluminium und verfügen im Inneren zusätzlich über passgenaue Formelemente aus schockabsorbierendem Schaumstoff, um ein Verrutschen des Inhalts (z. B. bei Flugreisen) zuverlässig zu verhindern. Je nach Ausführung können gleichzeitig noch andere Gegenstände darin untergebracht werden. Beispielsweise für den professionellen Tourbetrieb gibt’s auch individuell angefertigte Versionen.

Hardcases sind jedoch vergleichsweise groß, schwer, unhandlich und zumeist nicht für den Transport direkt am Körper geeignet. Generell die teuerste Option (vor allem bei individueller Anfertigung).

  • Bewertung Hardcases
  • Dringt selbst in die kleinsten Hohlräume vor

    Reinigt auch andere Gegenstände (z. B. Brillen, Schmuck)

    Auch preislich ein idealer Kompromiss zwischen Spray und Ultraschallreiniger

     

    Desinfizierende Wirkung nur mit zusätzlichem Spezial-Reinigungsmittel

    Nur stationärer Betrieb mit Strom

    Deutlich teurer als Reinigungsspray oder -dosen